Rolf De Marchi

May 7, 2012

Ein magisches Trio

Filed under: Musik — rolf @ 7:41 pm

Jazzfestival Basel - Richard Galliano, Didier Lockwood, Biréli Lagrène setzten ein würdiges Finale.

Es ist oft angebracht, Slogans, die in Programmheften der Festivals den einzelnen Konzerten verpasst werden, ein gewisses Misstrauen entgegen zu bringen, neigen diese doch nicht selten zu Übertreibungen. Im Falle des Trios Richard Galliano (Akkordeon), Didier Lockwood (Violine) und Biréli Lagrène (Gitarre) allerdings, das dem Jazzfestival Basel 2012 im Musiksaal des Stadtcasino Basel den Schlusspunkt setzte, erwies sich die Vorankündigung «The Magic Trio» als angebracht. Das war wahrhaftig magisch, was diese drei Spitzenmusiker, die mit Fug zur Crème der französischen, ja der europäischen Jazzszene gerechnete werden müssen, an diesem Abend zu bieten hatten.
Mit einem gelungenen Mix diverser Stilrichtungen ist es dem Trio gelungen, ein abwechslungsreiches Programm zu gestalten. Neben der eigentlichen Basis, dem Jazz waren da immer wieder auch Elemente aus Filmmusik, dem argentinischen Tango oder der französischen Musette zu hören. Und auch wenn das Trio offenkundig keines ihrer Stücke spielten, so schwebten doch die meiste Zeit die Geister des Gitarristen Django Reinhardt und des Jazzgeigers Stephan Grappelli, den Urväter des französischen Jazz, im Raum. Nicht dass die Musiker ihre grossen Vorbilder billig kopiert hätten: Mit einem modernen, relativ geraden Ton, frei von übertriebenen sentimentalen Klischees beispielsweise spielte Didier Lockwood auf seiner Violine. Wenn der Musiker allerdings solierte, überzeugte er durch seine lodernde Intensität und wenn der Geiger beispielweise im Jazzstandard «Autum Leaves» im höchsten Flageolett mit zartem, gläsernem Ton das Thema spielte, dürfte nicht wenigen im Publikum ein wohliger Schauder über den Rücken gerieselt sein.
Der Gitarristen Biréli Lagrène wiederum erwies sich nicht nur als hervorragender Solist, er bildete über weite Strecken auch das swingende Fundament des Trios, das locker eine Rhythmusgruppe ersetzen konnte. Mit perfektem Timing legte der Gitarrist auf der tiefsten Saite Basslinien, die er mit makellos geschlagenen Akkorden harmonisierte.
Für einen Hauch Tango und französische Musette wiederum war der Akkordeonist Richard Galliano zuständig, der allerdings auch in Jazzstandards wie etwa im Duke Ellington-Klassiker «In A Sentimental Mood» durch emotionsgeladenes Feuer zu überzeugen vermochte. In solchen Momenten beeindruckte der Akkordeonist nebst seiner makellosen Fingertechnik im Besonderen auch durch seine einfühlsam gestaltete Melodik.
Einer der Höhepunkte des Abends aber bildete ein mit viel Spielwitz ausgestalteter Blues, den die drei Musiker mit speziellen, humorvoll konturierten Instrumentaltechniken einleiteten. Mit hinreissender Verve schmolz da das Trio Richard Galliano, Didier Lockwood und Biréli Lagrène zur soliden Einheit zusammen, in der jeder der Drei mit geschärften Sinnen auf jede musikalische Regungen seiner Kollegen feinfühlig reagierte.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

April 20, 2012

Nach allen Regen der Kunst

Filed under: Musik — rolf @ 3:32 pm

Jazzfestival Basel 2012 - Mit kultiviert gespieltem Bob-Jazz auf höchstem Niveau eröffnete die Branford Marsalis Group das aktuelle Jazzfestival Basel vom 19. April bis 6./15. Mai 2012.

Tief in die Tradition des Jazzsaxophons tauchte er ein mit seinem Quartett, der Saxophonist Branford Marsalis beim Galakonzert zur Eröffnung des Jazzfestivals Basel 2012 im Musiksaal des Stadtcasinos Basel. Nachdem der Basler Regierungspräsident Dr. Guy Morin ein paar Worte zur grossen Bedeutung des Jazzfestivals für die Basler Kulturszene gesprochen hatte, legte die Branford Marsalis Group mit dem Stück «The Mighty Sword» los. Mit erstaunlichem Druck, der neben dem Bassspiel von Eric Revis vor allem auf dem Powerplay des der gerade mal 21 Lenze zählenden Drummers Justin Faulkner beruhte, wuchtete die Band diesen Titel in den Saal. Marsalis wiederum interpretierte dieses einem rassigen Post Bob verpflichteten Stück mit eher kultiviertem Ton auf dem Sopransaxophon.
Und wenn Marsalis zum Tenorsaxophon griff und einen Jazzstandard wie der legendäre Irving Berlin-Klassiker «Cheek to Cheek» interpretierte, griff der Solist tief in seinen Zitatenschatz des Jazzsaxophonspiels. Waren in diesem Tune immer mal wieder Phrasen zu hören, die an Saxophon-Legenden wie Coleman Hawkins oder Lester Young erinnerten, honkte Marsalis im Thelonious Monk-Titel «Teo» mit mächtigem Sound auf seinem Instrument wie einst Illinois Jacquet oder Paul Gonsalves. In den diversen ruhigen, lyrisch-sensibel gespielten Stücken schliesslich wie dem «La Valse Kendall» bewegte sich der Saxophonist mit einem heute nur noch selten zu hörenden, intensiven Vibrato in der Balladen-Tradition eines Ben Websters. Gerade in solchen elegischen Tunes aber vermochte auch Pianist Joey Calderazzo durch sein einfühlsam poetisches Spiel mit seinen impressionistisch anmutenden pianistischen Klangmalereien zu beeindrucken. Perfekt nach allen Regeln der Kunst gespielter, kultivierter Bob-Jazz auf allerhöchstem Niveau war das, bei dem allerdings Liebhaber eines modernen, kantig-frechen Saxophonspiels wohl eher nicht auf ihre Kosten gekommen sein dürften.

Bildete die Branford Marsalis Group einen ersten Höhepunkt im Programm des Jazzfestivals Basel, geht es heute abend im ähnlich gepflegtem Stil mit der jazzbasiertes Singer-Songwriting Madeleine Peyroux weiter. Und morgen Sonntag steht neben dem kraftvoll agierenden Basler Jazztrio Vein mit dem Gastmusiker Dave Liebman am Saxophon ein besonderer musikalischer Leckerbissen auf dem Programm: die portugiesische Fado-Sängerin Christina Branco, die schon vor drei Jahren das Publikum des Jazzfestivals Basel mit ihrem expressiven Gesang begeistert hatte. Neben der französischen Newcomerin Céline Bonacina, die seit zwei, drei Jahren durch ihr kerniges Spiel auf dem Baritonsaxophon auffällt (Dienstag, 24. April) und Gitarren-Altmeister John Abercombie (Mittwoch, 25. April) darf man vor allem auf die «Italian Night» mit Roberto Gatto und Gianluca Petrella im Ackermannshof Basel gespannt sein. Zart gesponnene kubanische Rhythmen wird man von Roberto Fonsecas «Yo» zu hören bekommen (Samstag, 28. April), während das dem legendären Saxophonisten John Coltran gewidmete Projekt «Dig my Trane», das der Basler Big Band-Leader George Gruntz mit der NDR Bigband erarbeitet hat, mit Sicherheit ein weiterer Höhepunkt diese Festivals bilden wird (30. April). (Weiter Infos zum Programm des Festivals finden sich unter www.jazzfestivalbasel.ch.)

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

April 4, 2012

Ingvar kom hem

Filed under: Musik — rolf @ 2:27 pm

Sudhaus Warteck - In einer kabarettistischen Musikperformance bittet die schwedische Sängerin Inga Svensson den IKEA-Gründer Ingvar Kamprad zurück nach Schweden zu kommen.

Bereits Anfang Jahr hatte die in Göteborg (Schweden) aufgewachsene Sängerin Inga Svensson mit ihrem Film «Ingvar kom hem» an den Solothurner Filmtagen Furore gemacht. In diesem Streifen hatte sich die Vollblutschwedin ein im Grunde unlösbares Ziel gesetzt, sich möchte gerne ihren Landsmann Ingvar Kamprad zurück in die Heimat Schweden holen. Sie sucht Ingvar in der Schweiz, um ihn in seinem Zuhause zu besuchen und ihm ein Privatkonzert zu geben; sie will damit sein Herz rühren und ihn so heim zu locken. Nun hat die Sängerin Inga Svensson ihren Film zu einer Musikperformance mit Video und Live Musik verarbeitet, mit der sie momentan in der Schweiz unterwegs ist und die sie auch im Sudhaus Warteck Basel zeigte.
Und da stand natürlich als erstes die Frage im Raum, wer den nun eigentlich dieser Ingvar Kamprad genau ist. In einem auf einer Grossleinwand hinter der Bühne gezeigten Filmausschnitt fragte die Musikerin bei der Eröffnung der IKEA-Filiale Rothenburg im vergangnen November mehrere Personen, ob sie Ingvar Kamprad kennen würden. Durchs Band verneinten alle diese Frage, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass der in Schweden geborene und heute im Kanton Waadt wohnhafte IKEA-Gründer der wohl reichste Mensch in der Schweiz ist. Der Unternehmer weiss möglicherweise selber nicht genau, wie viel Geld er eigentlich besitzt; Schätzungen pendeln zwischen 15 und 40 Milliarden!
Clever von der Sängerin Inga Svensson war, im Verlaufe ihrer Live-Performance nie auch nur mit einem Wort den eigentlichen Grund für Ingvar Kamprad Immigration aus Schweden in die Schweiz anzusprechen, da dies sowieso allen im Saal klar war: Der IKEA-Besitzer bezahlt in der Waadt nur einen Bruchteil der Steuern, die er in Schweden hinblättern müsste. Naiv drapiert in einem blumenbedruckten grünen Kleid mit Holzschuhen an den Füssen stand die Künstlerin auf der Bühne und bat die Leute im Publikum mehrmals, ihr doch bitte zu verraten, wo ihr geliebter Landsmann Ingvar Kamprad denn sei. Blauäugig und mit feinem ironischem Humor gespickt präsentiere die Künstlerin mehrere Videosequenzen über ihr Leben und ihrer verzweifelten Suche nach dem IKEA-Gründer Ingvar Kamprad. Zuerst war sie in Schweden unterwegs, wo es offenbar auch nicht wenige gibt, denen der mächtige Industriemagnat unbekannt ist. Für andere wiederum wie einem ehemaligen IKEA-Mitarbeiter ist der stinkreich Unternehmer der nette Kumpel von neben. Vergnüglich auch die kurze Episode in Göteborg, wo Inga Svensson von ihrer Pianistin Kate Archer auf einem kleinen Sythesizer begleitet zur Freude der Passanten Strassenmusik machte, bis sie von einer empörten Dame mit der Behauptung, sie verstünde nichts von Musik und könne nicht singen, rüde gestoppt wurde.
Eingestreut zwischen diese Filmsequenzen sang Inga Svensson, die übrigens viel von Musik versteht und auch ausgezeichnet singen kann, immer wieder schwedische Volkslieder oder Popohrwürmer wie der gefällige Song «Diggi-Loo Diggi-Ley», mit dem die Herrey’s 1984 den Eurovison Song Contest gewonnen hatten. Brillant schräg mimte dabei die Sängerin das Gehabe eines Popsternchens, das in gelungenem Kontrast zu ihrer Aufmachung einer biederen Hausfrau stand.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

April 1, 2012

Singende Bluesgitarre

Filed under: Musik — rolf @ 3:25 pm

Blues Festival Basel 2012 - Neben der Übergabe von zwei Blues Awards überzeugten die Gitarristen und Sänger Kirk Fletcher und Jimmy Johnson sowie Saxophonist Sam Burckhardt mit funky gespieltem Chicago-Blues.

Ob es nötig war, der seit ein paar Jahren über die Schweiz schwappenden Flut an Kulturpreisen aller Art noch einen neu kreierten Preis, den «Swiss Blues Lifetime Achievement Award» (man muss sich diesen neudeutschen Bandwurm auf der Zunge zergehen lassen) beizufügen, sei dahingestellt: Der am Blues Festival Basel 2012 in der «Swiss Blues Award Night» im Volkshaus Basel mit diesem Preis ausgezeichnete Claude Nobs jedenfalls hat sich zweifellos um den Jazz und auch um den Blues verdient gemacht wie nur wenig andere in der Schweiz. Seit der Gründung des Jazz Festival Montreux 1967 hatte Nobs als dessen Leiter Dutzende der grössten Bluesmusiker an den Genfersee gelockt und unvergessliche Konzerte organisiert. Es war ein emotionaler Moment, wo die zweite bedeutende Persönlichkeit des Schweizer Jazz, der 80-jährige Basler George Gruntz seinem Freund, dem 76-järigen «Mr. Montreux Jazz Festival» den Preis überreichte.
Zweiter Preisgewinner dieses Abends war das Team des Blues Festival Baden, das für seine Verdienste um den Blues mit dem «Swiss Blues Award» ausgezeichnet wurde. Der Preis wurde vom Baselbieter Regierungsrat Urs Wüthrich der Präsidentin der Organisation Blues Festival Baden Susanne Slavicek überreicht.

Die Preisübergaben wurde eingerahmt vom 36-jährigen amerikanischen Gitarristen und Sänger Kirk Fletcher, der mit seiner Band junger talentierte Musiker aus Norwegen funkigen Blues zum Besten gab. Mit gelungener Balance zwischen Präzision und federnder Drahtigkeit interpretierte die Band Titel wie der vom Sänger stimmungsvoll gesungene Jimmy Reed-Klassiker «I Found True Love», dem Soul angehauchten, legendären, 1979 von B.B. King und den Crusaders veröffentlichten «Take It Home» (danke für den Tipp Boosey!) oder dem locker rollend Titelstück der 2004 von Kirk Fletcher veröffentlichten CD «Blues For Boo Boo» powerte die Band durch das Programm. Dass dabei neben dem talentierten Gitarristen Erik Harstad und dem schnellfingrigen Iver Erstad an der Hammondorgel vor allem auch Kirk Fletcher mit seinen kreativ und virtuos gestalteten Gitarrensolos zu überzeugen vermochte, erübrigt sich.

Kaum weniger taff ging es nach der Pause mit der dreiköpfigen Rhythmusgruppe der Blues-Koryphäe Jimmy Johnson mit Mike Wheeler (Gitarre), James Williams (Bass) und Melvin Carlisle (Drums) aus dem Zentrum des Cityblues Chicago weiter. Und nachdem der in Basel geborene und aufgewachsene, seit über 30 Jahren in Chicago wirkende Saxophonist Sam Burckhardt sich nicht sehr glücklich als Sänger des sagenhaften, einst von Nat King Cool so umwerfend interpretierten «Route 66» versucht hatte, trat der 84-jährigen Meister Jimmy Johnson himself auf den Plan, um einen Bluesklassiker nach dem anderen mit Verve runterzureissen. Da war eine ungewohnt funky gespielte Version des Albert King-Reissers «Born Under A Bad Sign» oder eine einfühlsam gesungene Interpretation der Albert Collins-Ballade «I Got A Coold Coold Feeling» zu hören, wobei gerade in solchen Slow-Blues der Gitarrist Jimmy Johnson seine warm justierte Gitarre mit inniger Ausdruckskraft zum Singen brachte. Ein rundum gelungener Abschlussabend des diesjährigen Blues Festival Basel mit viel Emotion und fantastischer Musik, der nicht zuletzt auch dem Organisationsteam rund um dessen Präsidenten Louis van der Haegen zur Ehre gereichte.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

March 30, 2012

Lebensfroher Stilmix

Filed under: Musik — rolf @ 11:41 am

Blues Festival Basel 2012 - Neben der lokalen Band BluFonik überzeugte die amerikanische Pianistin und Sängerin Marcia Ball mit abwechslungsreichem Louisiana Blues.

«Let’s Have A Natural Ball» lautete der Titel, den der Main Act der «Swiss American Blues Night» im Rahmen des Blues Festivals Basel 2012 auf das Programm gesetzt hat. Zufall? Wohl kaum, wenn man bedenkt, das der Name der Sängerin und Pianistin, die diesen Klassiker des legendären Bluesgitarristen Albert King zum Besten gab, Marcia Ball lautet. Locker federnd in einem swingenden Groove legte die taff agierende Rhythmusgruppe mit Bassist Don Bennett und Drummer Damien Lanes den Boden für die leicht abgedunkelte, ausdrucksvolle Stimme von Marcia Ball; dazwischen immer wieder vorwärtsdrängende Riffs des Saxophonist Thad Scott und des Gitarrist Mike Schermer. Sinngemäss zelebrierte die Band anschliessend einen breitgestreuten, lebensfrohen Stilmix geprägt von Louisiana Blues, R’n’B, Cajun und Zydeco. Da folgten Schlag auf Schlag groovende Songs wie das rollende «We Fell Hard», das kräftig pulsende «Roadside Attractions» und das mit rassigem Punch gespielte «That’s How It Goes». Im dem beherzt gespielten Blues «Look Bevor You Leap» belegten die Mitmusiker der Sängerin ihre Backing Vocals-Qualitäten. In Slow-Blues wie «Mule Headed Mann» oder das nur mit dem E-Piano begleitete, solo von Marcia Ball vorgetragene «This Used To Be Paradise» wiederum bewies die Sängerin grosse Begabung als ausdrucksstarke Balladensängerin.
Dass Marcia Ball auch kraftvoll in die Tasten zu greifen versteht und immer wieder kernig gestaltete Solos auf ihrem Piano gestaltete, erübrigt sich; eine Feststellung, die übrigens auch auf den Gitarristen Mike Schermer zutrifft, der vor allem durch seine elementaren, druckvoll gespielten Soli auffiel. Und wenn der Saxophonist der Band, Thad Scott auf seinem breit und schneidenden gespielten Horn abdrückte, gab’s kein Halten mehr, da kam die Stimmung im Saal schnell mal auf den Siedepunkt.
Bei alledem soll natürlich der Support Act des Abends, die regionale Blues- und Soulband BluFonik rund um den Gitarristen Claudio Vivarelli nicht vergessen gehen, die im vergangenen Jahr am Blues Festival Basel die «Swiss Talent Blues Night» gewonnen hatte und zur Belohnung am aktuellen Festival unter den grossen Profi-Acts mitspielen durfte. Das Sextett schlug sich da recht tapfer und liess immer wieder mal ihr Rhythmusmaschinchen mit zupackenden Funkblues ordentlich rollen, wenngleich es vor allem bei den Breaks und den Übergängen gelegentlich etwas holperte und knirschte. Sängerin Malika Marmouq mit ihrer dunklen, druckvollen Stimme vermochte die ersten Stücke zu überzeugen, war mit der Zeit aber zu sehr mit Show beschäftigt, worunter die Qualität ihres Gesangs litt. Gitarrist Paco Kol überraschte durch kreative, spritzige Solos, wenngleich man ihm gelegentlich gerne ein beherztes «Weniger ist mehr» zugerufen hätte. Die Band hat gute Anlagen; intensiv proben und viele Gigs absolvieren, dann wird sie vielleicht auch zukünftig wieder mal am Blues Festival Basel unter den Grossen mitspielen dürfen.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

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