Rolf De Marchi

Oktober 29, 2008

Eine verrückte Zeitreise

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 5:04 pm

Der Doyen des deutschen Kabaretts Klaus Peter Schreiner stellte sein derzeitiges Programm vor.

Keine aktuellen Themen habe er in seinem derzeitigen Programm zu bieten, erklärte der Doyen des deutschen Kabaretts, Klaus Peter Schreiner bei seinem Aufritt im Theater im Teufelhof Basel. Zu schwachsinnig sei das, was momentan in der deutschen Politik ablaufe, da würde es sich nicht lohnen, näher darauf einzugehen. Mal abgesehen davon, dass jede Generation glaubt, mit den miesesten Politikern geschlagen zu sein, wurde es in Schreiners Produktion «Einmal Deutschland und zurück» trotzdem keinen Moment langweilig, bot doch der altgediente, 1930 geborene Kabarettist eine ungemein reichhaltige Tour d’horizon durch mehr als ein halbes Jahrhundert deutschen Kabaretts. Klaus Peter Schreiner, der 1952 seine Laufbahn begann und mit namhaften Meistern der Satire wie Hanns-Dieter Hüsch, Dieter Hildebrand und Gerhard Polt zusammenarbeitet hat, hatte als Hausautor für die «Münchner Lach- und Schiessgesellschaft» sowie als Texter für Fernsehsendungen wie «Notizen aus der Provinz» und «Scheibenwischer» immer wieder Schlüsselpositionen im deutschen Kabarett der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts inne.
Schreiners amüsante Zeitreise reichte weit zurück in die Zeiten des Kalten Krieges zwischen Ost und West, wo er beispielsweise das damals geteilte Westdeutschland auf der Karte um 90 Grad drehte, so dass der Norden im Westen lag und an Frankreich grenzte sowie Bayern und Baden-Württemberg im Osten zu liegen kamen, was den einleuchtenden Vorteil mit sich brachte, dass die damalige Bundesrepublik Deutschland besser gegen den heranmarschierenden sowjetischen Feind aus dem Osten verteidigt werden konnte: erstens sei die Grenze so wesentlich kürzer, zweitens bildeten die Bayrischen Alpen und die schwäbische Alb einen natürlichen Schutzwall und drittens würden die besonders patriotischen Bayern und Schwaben die abschreckende Wirkung auf den Feind im Osten noch zusätzlich verstärken. Aus finanziellen Gründen sei dieses Projekt damals aber gescheiter.
Viele dieser wunderbar-skurrilen Einfälle trug Schreiner mit einem phänomenalen Gefühl die Schönheit der deutschen Sprache als längere Gedichte vor. Andere Themen wiederum behandelte er in Dialogform, wo er geschickt in die Rollen zweier miteinander disputierender Personen schlüpfte und so eine Vielzahl der Probleme ansprach, die die deutsche Politik und Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten beschäftigte. Von der Computer- und Kommunikationsmanie über die Niveaulosigkeit des Fernsehens hin zur Korrumpierung von Wirtschaft und Politik, kaum ein Gebiet, dass Schreiner nicht ansprach.
Nicht selten blieb einem dabei auch das Lachen im Halse stecken wie beispielsweise der Sketch, wo er eine Liste für das Pflegepersonal in Geriatrischen Kliniken vortrug: 10 Minuten für Waschen, 5 Minuten für Betten, 10 Minuten für Zimmerreinigung etc. Besondere Höhepunkte aber bildeten die Märchen, die Schreiner in Buchform herausgegeben hat und von denen er mehrere vorlas. Als Vorlagen dieser wild-wuchernden Geschichten verwendete Schreiner klassische Märchen wie «Der Wolf und die sieben Geisslein» oder «Sindbad der Seefahrer», die er dann allerdings oft in die Gegenwart versetzte und mit den Verrücktheiten und Auswüchsen unserer modernen Gesellschaft ausschmückte. Dies alles trug der 78-jährige mit solch einer Eloquenz und Sicherheit vor, die Ehrfurcht erregte. Wir wollen hoffen, dass Klaus Peter Schreiner seine aufklärerische Tätigkeit noch viele Jahre weiter ausüben kann.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

Tauchgang in schwarze Musiktraditionen

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 1:31 pm

Die US-amerikanische Jazzsängerin Dianne Reeves bot mit ihrer Band einen Rundgang durch die Musiktraditionen des schwarzen Amerikas.

Vergangener Sonntag um Mitternacht konnte man ihn auf ARD reinziehen, den Film «Good Night, and Good Luck» gedreht von George Clooney, das grandiose Politdrama, in dem der Fernsehjournalist Edward R. Murrow wesentlich dazu beiträgt, den Kommunistenhetzer Joseph McCarthy zu Fall zu bringen. Als wichtiges kulturelles Zeitkolorit zu jenen düsteren Tage voller Verschwörungstheorien in den USA der 50er-Jahre schlüpfte die Jazzdiva Dianne Reeves in die Rolle einer Jazzsängerin jener Ära und prompt gewann sie den Grammy Award 2006 der Kategorie «Best Jazz Vocal Album» für den Soundtrack zu diesem Film. Zweifellos dürfte dieser Preis einer der Höhepunkte in der Karriere der Dianne Reeves gewesen sein, die Mitte der 70er in der Gruppe Caldera begann, über Harry Belafonte und Blue Note Records bis zu den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle und schliesslich zum Film von George Clooney führte.
Nicht überraschend also, dass eine recht ansehnliche Schar gestandener Fans in den Festsaal des einer wichtigen Kulturstadt wie Basel immer noch nicht angemessen erneuerten Stadtcasinos pilgerten, um der Diva zu huldigen. Wie es sich bei einem Star gehört, eröffnete zuerst die Begleitband alleine das Konzert mit einem sauber gespielten Instrumental. Und als dann Dianne Reeves selbst das Mikrofon in die Hand nahm, begann man sich nach und nach zu fragen, ob es nicht vielleicht spannender gewesen wäre, zu Hause zu bleiben und ZDF zu schauen.
Nicht dass die Band schlecht gespielt hätte, im Gegenteil brillierten die vier Musiker mit ihrer hervorragenden Spieltechnik und auch an Dianne Reeves’ Gesangskünsten gab es eigentlich nichts auszusetzen; geschleckt allerdings, ein wenige emotionslos wie ein Hochglanzprospekt kam das alles daher, so dass man sich schon enttäusch in den Sitz zurücklehnte und sich auf einen langweiligen Abend einzustellen begann, als Gitarrist Romero Lubambo dann doch noch ein gefühlvolles, mit einem feinen Hauch von spanischem Flamenco gepudertes Solo spielte, das zarte Hoffnung aufkeimen liess. Und als dann Dianne Reeves mit rauchig-weicher Stimme die Ballade «Once I Loved» anstimmte, anfänglich nur von der Gitarre begleitet, nach und nach dann vom Rest der Band (Peter Martin, Piano - Reuben Rogers, Bass - Greg Hutcherson, Drums) mit einem immer mächtigeren Crescendo, sass man plötzlich wieder vorne am Rand des Sitzes und hörte interessiert zu.
Beim anschliessenden «One for my Baby» aus dem Filmsoundtrack zu «Good Night, and Good Luck» fühlte man sich in einen kleinen, rauchigen Jazzclub im New York der 50er zurückversetzt - Retro-Jazz der Spitzenklasse. Und als die Band schliesslich mit einem fetzig-rockigen 12-Taktblues klassischen Zuschnitts loslegte und Dianne Reeves mit kraftvoll-schwarzer Stimme ihr blaues Herz ausschüttete, wunderte man sich eigentlich nur noch ab dem Publikum, das da sass, als ob auf der Bühne Mozarts Requiem interpretiert würde.
Absoluter Höhepunkt aber bildete ein unbegleiteter Song zum aktuellen Thema «Change», in dem die Sängerin tief in die schwarze Gospeltradition ihrer amerikanischen Heimat eintauchte und ihre Gesangskünste umfänglich ausspielen konnte. Und auch wenn nach diesen Glanzpunkten die Intensität mit Songs wie «Windmills of my Mind» wieder etwas nachliess, vermochte Dianne Reeves mit ihrer Band die Spannung doch bis zum Ende des Konzertes aufrecht zu erhalten.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

Oktober 26, 2008

Sweet sounds

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 12:38 pm

Das Vokalensemble Cappella Nova brachte neue Chormusik mit Saxophon zu Gehör.

«…said the shotgun to the head.» lautete der Titel einer Komposition auf ein Gedicht des amerikanischen Poetry-Slammers Saul Williams, die der 1937 in Zürich geborene Schweizer Komponist Thomas Kessler 2003 realisiert hat und die unter anderem wegen ihrer eigenwilligen Besetzung für Poetry-Sprecher, Rap-Chor und Orchester auch international einige Beachtung fand. Hatte Kessler, der übrigens von 1973 bis 2000 an der Musikhochschule Basel Komposition und Musiktheorie unterrichtet hat, in diesem Werk ein bilderreiches Poem unserer schnellebigen Gegenwart eindrücklich vertont, wagte er sich in seiner neusten Komposition an einen Fels der Englischen Literatur, der in einer sehr fernen Zeit wirkte: William Shakespeare (1564-1616).
Raphael Immoos, Leiter des Vokalensembles Cappella Nova ist an Thomas Kessler herangetreten mit der Bitte, für seinen Chor Texte von William Shakespeare zu vertonen. Dabei sollte der Komponist auch das eigenwillige Saxophonspiel von Marcus Weiss miteinbeziehen, der an der Musikhochschule Basel Saxophon und Kammermusik unterrichtet und sich auf die Interpretation Neuer Musik spezialisiert hat. In einem eindrücklichen Konzert unter dem Motto «Shakespeare plus Sax» gelangte dieses Werk mit dem Titel «Sweet sounds» in der Gare du Nord zur Uraufführung.
Doch zuvor interpretierte Cappella Nova drei A-cappella-Werke: «Vokalise III» des deutschen Komponisten Boris Blacher, ein Stück, das auf spielerische Weise Tonmaterial verarbeitet, das Sängerinnen und Sänger verwenden, um ihre Stimme fit zu halten; «Nonsense», in dem der Italiener Gottfredo Petrassi Texte des englischen Nonsensautoren Edward Lear auf witzige Weise vertont hat, sowie «Songs of Ariel» von Frank Martin nach William Shakespeares «Der Sturm».
Eingeschoben zwischen diese Chorwerke spielte Marcus Weiss mehrere Stücke für Saxophon solo: «Zwischenlage» für Altsaxophon von Alfred Knüsel, eine dreiteilige, dichtgewobene Komposition voller anspruchsvoller Spieltechniken wie Überblasen, Mehrklänge, laute Klappengeräusche etc. sowie eine Werk für Sopransaxophon von Giorgio Netti, das sich vor allem mit verschiedenen Mehrklangkombinationen im Obertonbereich beschäftigte. Sehr eindrücklich auch die Miniatur «Intermezzi» von Marcus Weiss selber, eine innovative Studie über das False Fingering, dem Spiel gleicher Töne mit unterschiedlichen Klappenkombinationen, bei denen die Klangqualität und die Tonhöhen minim verändert werden.
Neben Mauricio Kagels «Burleske» für Saxophon und gemischten Chor, ein Werk voller Witz und skurrilem Humor wie man es von Kagel gewohnt ist, setzte schliesslich das anfangs erwähnte Chorwerk «Sweet sounds» von Thomas Kessler den Höhe- und Schlusspunkt des Abends. Überraschenderweise hatten alle Chormitglieder die unterschiedlichsten Musikinstrumente in ihren Händen, die sie recht gut zu spielen verstanden. Mit einzelnen Tönen auf dem Saxophon, die mit kurzen Zitatfetzen beantworte wurden, eröffnete Marcus Weiss das Stück. Immer mehr uferte das Spiel in ein erfrischend anarchisches Geflecht clusterartiger Liegeklänge mit energischen Einwürfen zwischen Saxophon, Stimmen und Instrumenten aus, um sich schliesslich durch das Abtreten von immer mehr Musikerinnen und Musikern von der Bühne aufzulösen.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

Oktober 22, 2008

Ein farbenreiches Klangspektrum

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 2:13 pm

Neben Zeitgenössischem brachte das Trio Sortilège vorwiegend Werke impressionistischer Komponisten zu Gehör.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass nicht mehr Komponisten für die Besetzung Flöte, Viola und Harfe geschrieben haben, nachdem 1915 der französische Klangvisionär Claude Debussy (1862-1918) seine Sonate für eben diese Besetzung veröffentlicht hatte. Wenige andere Triobesetzungen verfügen über ein solch farbiges Klangspektrum wie diese, vom silbrig-hellen Klang der Querflöte über den erdig-warmen Sound der Viola hin zur perlenden Beweglichkeit der Harfe stellt diese Instrumentierung eine Tonfarbenpalette zur Verfügung, die ihresgleichen sucht.
Immerhin haben sich ein paar Komponisten von Debussys klangpoetischem Stück inspirieren lassen wie das Konzert des Trio Sortilège in der Stadtkirche Liestal beweist, in dem neben Debussys Sonate auch Jacques Ibert (1890-1962) «Deux Interludes» für Flöte, Viola und Harfe (1946) zur Aufführung gelangten. Die drei Musiker Vicent Morello Broseta (Flöte), Julia Dinerstein (Viola) und Anton Sie (Harfe) tasteten sich anfänglich noch vorsichtig in den ersten mit Andante espressivo überschriebenen Satz vor, um schliesslich im schnelleren Allegro vivo mit feurigem Schmelz die weit geschwungenen Melodiebögen der Flöte und der Viola mit expressiv gezeichneter Dynamik ineinander zu verschränken.
Auch Gabriel Faurés (1845-1924) «Fantaisie» op.79 für Flöte und Harfe (1898) mit seinen für Fauré typischen Kantilenen wurde mit inniger Ausdruckskraft vorgetragen.
Etwas schlichter zwar, aber dennoch überzeugend die «Scènes de la forêt» op. 123 für Flöte, Viola und Harfe (1927) des ebenfalls französischen Komponisten Mel Bonis (1858-1937), ein Werk zwischen Spätromantik und Impressionismus changierend, das trotz seines programmatischen Titels auf aufgesetzte Klangspielereien verzichtet.
Neben der zeitgenössischen Komposition «Prélude Ysaye» für Viola solo von Mikhail Kugel (1946), die trotz ihrer Freitönigkeit stark an Bachs Violinsonaten und Partiten erinnerte und von Julia Dinerstein mit Verve vorgetragen wurde, stellte das Werk «Garten von Freuden und Traurigkeiten» für Flöte, Viola und Harfe (1980) der momentan wohl erfolgreichsten russischen Avantgarde-Komponistin Sofia Gubaidulina (1931) den für einen grossen Teil des Publikums wohl am schwersten zu verdauenden Broken des Konzertes dar. Fühlbar das Bemühen im Saal, dieses schwer zugängliche aber auch faszinierende und ausdrucksstarke Stück mit seinen diversen fremdartig-suggestiven Spieltechniken zu verstehen, wahrnehmbar aber auch die Erleichterung, als das Trio Sortilège schliesslich noch Maurice Ravels (1875-1937) Klavierstück «Sonatine» (1905) in einer bezaubernden Bearbeitung für Flöte, Viola und Klavier duftig-leicht interpretierte.
Mit grosser Freude nahm das dankbare Publikum auch die Ankündigung des Zugabestücks auf: Tango-Grossmeister Astor Piazzollas «Amelitango», den das Trio Sortilège mit rassiger Emphase vortrug.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

Oktober 20, 2008

Salve Virgo

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 11:55 am

Das Vokalensemble Stella Maris Basilea und der Organist Christoph Kaufmann interpretierten Marienvertonungen aus fünf Jahrhunderten.

Bis zurück in die Apokryphen der frühchristlichen Zeit, die von der christlichen Kirche nicht in den offiziellen Kanon der biblischen Schriften aufgenommen wurden und in denen das Leben der Jungfrau Maria näher beschrieben wird, reichen die Wurzeln der Marienverehrung. Als «Gottesgebärerin» und als erster durch Jesus Christus erlöster Mensch wird sie bis heute in diversen christlichen Gebieten sogar mehr verehrt als Gott. Auch in der bildenden Kunst gehörte die Jungfrau Maria über Jahrhunderte zu den beliebtesten Motiven und in der Musik wurden ihr viele Kompositionen gewidmet, wie ein Konzert beweist, das das 3-köpfige Vokalensemble Stella Maris Basilea im Dom von Arlesheim gab.
Das Ensemble ist 2001 von den drei an der Schola Cantorum Basiliensis ausgebildeten Sängerinnen Witte-Maria Weber, Tetyana Polt-Lutsenko und Veronika Holliger Jenšovská gegründet worden und hat sich auf die Pflege des A-cappella-Chorgesang aus verschiedenen Epochen und Stilen spezialisiert. Abgerundet wurde das Konzert, in dem Marienlieder aus verschiedenen Ecken des christlichen Europas des 13. bis 17. Jahrhunderts präsentiert wurden, durch den an der Katholischen Kirche Muttenz wirkenden Organisten Christoph Kaufmann, der auf der Silbermannorgel des Arlesheimer Doms alternierend zu den drei Sängerinnen Orgelwerke mit thematischen Bezügen zur Marienverehrung spielte.
Mit einer Entdeckung eröffnete der Organist Christoph Kaufmann das Konzert: dem «O stella maris» des kaum bekannten italienischen Komponisten Marco Antonio Cavazzoni (um 1490 – um 1560), ein luzides, fugenartiges Stück mit einem einfachen, aufsteigenden Thema, das über einen einnehmenden Charme verfügte. Beantwortet wurde dieses Stück durch den kurzen Hymnus «Ave maris stella» des gleichen Komponisten, den das Vokalensemble Stella Maris Basilea ganz hinten im Chor des Domes intonierte, so dass es klang, als ob der Gesang aus unbekannten Sphären zart herbeiwehte.
Näher beim Auditorium dann folgten bezaubernde dreistimmige Vokalwerke unbekannter französischer Meister der frühen Mehrstimmigkeit im 13. Jahrhundert, die von den drei Sängerinnen mit schlanken und dennoch warmen Stimmen kompetent vorgetragen wurden. Nach weiteren Orgel- und Vokalstücken folgten vier Mariengesänge aus dem Tschechien des 16. Jahrhunderts mit fast volkstümlichem Charakter, die ein wenig an die archaischen polyphonen Gesänge Korsikas erinnerten. Voll betörender, fremdartiger Schönheit dann noch vier Vokalwerke aus dem Osten Europas, aus Byzanz, Griechenland, Russland und Georgien, die ihre Wirkung vor allem durch raffinierte Verschiebungen ihrer Klangfarben entfalteten.
Nach reichhaltigen Ausflügen ins mittelalterliche England und Frankreich schlossen das Vokalensemble Stella Maris Basilea und der Organist Christoph Kaufmann ihr Konzert mit einem lebhaften Dialog zwischen Orgel und Gesang, der schliesslich mit der klassischen Formel «Sicut erat in principio et nunc et semper in saecula saeculorum. Amen.» ausklang.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

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