Rolf De Marchi

August 11, 2009

Eine gigantische Festhütte

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 2:00 pm

Wie jedes Jahr wird das aktuelle 26. Festival «Em Bebbi sy Jazz» viele Plätze und Hinterhöfe der Basler Innenstadt in Sonderzonen voller Musik verwandeln.

Noch relativ kleine musikalische Brötchen wurden vor 25 Jahren bei der ersten Auflage des «Em Bebbi sy Jazz» 1984 im Stadtzentrum Basels gebacken: von einem vierköpfigen Organisationsteam organisiert zeigten an acht Spielorten 16 Amateur-Jazzbands ihr Können. Die Ziele des Organisationsteams, Liebhaberinnen und Liebhabern des traditionellen Jazz bei Gratis-Eintritt ein Sommerabend-Festival zu bieten sowie lokalen Amateurjazzmusikern eine Plattform zum Spielen zur Verfügung zu stellen und damit einen Beitrag zur Belebung der Basler Innenstadt zu leisten, wurde schon damals vollumfänglich erfüllt. Inzwischen hat sich das alljährlich wiederkehrende «Em Bebbi sy Jazz» zu einem den grössten und wichtigsten Musikevents Basels entwickelt, der aus der musikalischen Agenda der Stadt nicht mehr wegzudenken ist. In seiner letzten 25. Ausgabe 2008 wartete das von 11 freiwillig arbeitenden Jazzfreunden organisierte und von mehr als 50’000 Jazzfans besuchte Festival mit 76 Bands an 32 Spielorten verteilt in der Innenstadt auf. Der Marktplatz mit grossen Big Band-Formationen über kleinere Spielorte wie der Andreasplatz, der Rümelinsplatz oder der Leonhardskirchplatz hin zu zahllosen kleinen Hinterhöfen wurden bespielt und auf den Strassen dazwischen waren Street Bands unterwegs, die dazu beitrugen, die Innenstadt in eine gigantische Festhütte zu verwandeln. Weltweit wohl einzigartig dabei: nirgens wurde vom Publikum Eintrittsgeld verlangt und dennoch wurden den rund 530 Musikerinnen und Musikern eine zwar kleine aber faire Gage ausbezahlt. Dies war natürlich nur dank grossem Engagement der unbezahlt arbeitenden Organisatoren rund um den Teamleitern Ernst Mutschler und Peter Eichenberger sowie der grosszügigen Unterstützung durch eine Vielzahl von Sponsoren, Gönnern und den Lotteriefons Basel-Land und Basel-Stadt möglich.
Nebenbei bemerkt hat sich seit jenen frühen Tagen von «Em Bebbi sy Jazz» inzwischen auch musikalisch viel getan. War in den ersten Auflagen des Festivals noch vorwiegend klassischer New Orleans Jazz zu hören, bietet sich heute eine stilistisch breite Palette von traditionellem und modernem Mainstream Jazz hin bis zu Soul, Funk und Blues an.
In seiner aktuellen 26. Auflage am kommenden Freitag Abend 14. August, werden am Musikfest 65 Orchester und Bands, 7 Street Bands und 3 Chöre teilnehmen. Wie schon letztes Jahr wird der Event um 18.00 Uhr mit einer Streetband-Parade ab dem Bankenplatz die Freie Strasse runter starten. Von 19.00 - 1.30 Uhr werden dann die Bands an einer Vielzahl von Spielorten dem Publikum einheizen. Genauere Informationen über den Spielplan können über www.embebisyjazz.ch oder der an allen Spielorten aufliegenden Festival-Programmzeitung entnommen werden. Das Musikmuseum im Lohnhof wird übrigens bis 23 Uhr geöffnet sein und auf dem Marktplatz kann noch das Tanzbein geschwungen werden. Mit einem «musikalischen Bettmimpfeli» können Unentwegte bis 3.30 Uhr im Restaurant Spalenburg den Abend ausplämpern lassen. Für die, die früher nach Hause wollen, bieten die BVB und BLT Spätfahrten bis 1.30 Uhr an.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

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