Rolf De Marchi

Dezember 29, 2010

Hohes Risiko, tiefer Absturz

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 1:46 am

Im Basler «Winterzauber» brachten die Schauspieler Charlotte Heinimann und Roland Herrmann eine Baseldeutsche Version des Fernsehklassikers «Dinner for One» auf die Bühne.

Einem nicht minderen Risiko des Scheiterns setzten sich die Schauspielerin Charlotte Heinimann und der Schauspieler Roland Herrmann mit einem speziellen Projekt auf der Bühne des auf dem Messeplatz Basel domizilierten «Winterzaubers» aus: Sie brachten eine auf Baseldeutsch erstellte Adaption des Fernsehklassikers «Der 90. Geburtstag oder Dinner for One» zur Aufführung.
Das 1963 vom NDR-Fernsehen in englischer Sprache gedrehte 18-minütige Komödienstück hat sich gemäss Guinness-Buch der Rekorde in den vergangenen Jahrzehnten zum «weltweit am häufigsten wiederholte Fernsehproduktion» gemausert und wird regelmässig zu Silvester oft mehrmals von vielen deutschsprachigen Fernsehstationen ausgestrahlt. Das Stück lebt in erster Linie von der umwerfenden, gänzlich unkopierbaren Komik des Hauptdarstellers Freddie Frinton in der Hauptrolle des dusseligen Butlers James, der seine von der Schauspielerin May Warden dargestellte Arbeitgeberin Miss Sophie anlässlich ihres 90. Geburtstages bedienen muss.
Dass dieses Kleinod einzigartiger Comedy nicht eins zu eins kopiert werden kann, war den beiden erfahrenen Schauspielern Charlotte Heinimann, bekannt vor allem durch ihre Nebenrollen in diversen Kommissar Hunkeler-Filmen, und Roland Herrmann, der sich in Produktionen wie «Café Bâle» und «Lüthi und Blanc» eine Namen gemacht hat, offensichtlich nur bedingt klar. Immerhin wurde ide Handlung in einen noblen Skiressort verlegt, wo der unter freiem Himmel in einem Skianzug gekleidete James die in Pelz gehüllte Frau Vischer alias Miss Sophie bedient und das legendäre auf dem Boden liegende Tigerfell, über dessen Schädel im Original Freddie Frinton insgesamt elf Mal stolpert, wurde durch das ‚Fell’ und den Kopf eines Schneemanns ersetzt. Neben Frau Vischer wurden auch die Namen der vier verstorbenen Freunde der Hausherrin in Schweizer Namen geändert. Nur James blieb James, was sich allerdings als problematisch erwies, ist doch gerade dieser Name hochgradig mit dem Originalschauspieler Freddie Frinton konnotiert (der Name Johann wäre vielleicht angebrachter gewesen).
Als noch problematischer erwies sich die relativ frei gestaltete Übersetzung des englischen Originaltextes ins Baseldeutsche; zu sehr wurde die Übertragung mit billigen Zoten angereichter. Die im Original nur selten und sehr zart gemachten
erotischen Andeutungen des Originaltextes wurden in abgeschmackte Hau-drauf-Wortspielereien umgewandelt wie beispielsweise Verbalisierungen des Worts «Vogel». Gezwungen originell eingebaute Zungenbrecher wie «Fischers Fritz fischt frische Fische» als Andeutung auf die Figur Frau Vischer machten die Sache auch nicht besser.
Dass der Schauspieler Roland Herrmann bei der Umsetzung der einzelnen Sketches keine seinen darstellerischen Möglichkeiten entsprechenden Anpassungen vorgenommen hat, erwies sich als weiterer Minuspunkt: als zu bescheiden erwiesen sich da seine Darbietungen im Vergleich zum Original Freddie Frinton (die seltenen Lacher im Publikum mögen als Beleg für dieses Urteil dienen). Wenn er beispielsweise als Brigadier von Grafenried seine dick mit Watte ausgepolsterten Moonboots zusammen puffen liess, um anschliessend von Schmerz gepeinigt auf der Bühne herumzuhüpfen, konnte man ihm dies einfach nicht abnehmen. Fazit: Hoch das Risiko, tief der Absturz.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

Dezember 26, 2010

Weihnachten mit ironischem Augenzwinkern

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 1:32 am

In der Wärmestube Soup&Chill im Basler Gundeldinger Quartier las die Schauspielerin Bettina Dieterle Weihnachtsgeschichten der eher makaberen Art.

Jerusalem und des umliegende Israel wird von einem massigen Meteor getroffen und ausradiert. Der gigantisch aufgerissene Krater füllt sich darauf mit Wasser des Mittelmeers, so dass weltweit der Meersspiegel um einen Zentimeter sinkt.
Kein Grund zur Panik, fand dieses makabere Szenario doch nur im Kopf beziehungsweise in der Geschichte «Der Besuch der drei Könige» des bekannten elsässischen Schriftstellers und Illustrators Tomi Ungerer statt. Vorgelesen wurde diese mit einem kräftigen Schuss schwarzem Humor gewürzte Geschichte von der Schauspielerin, Kabarettistin und Moderatorin Bettina Dieterle anlässlich einer von der Wärmestube Soup&Chill organisierten Matinée mit dem Titel «Weihnachten mit ironisch-kabarettistischem Augenzwinkern”, in der die Schuspielerin im Container neben der Bahnhof Passerelle im Basler Gundeldinger Quartier schräge Weihnachtsgeschichten zu Gehör brachte.
Jahrelang war es immer wieder in der Umgebung des Basler Bahnhofs zu Konflikten mit «randständigen Menschen» gekommen, so dass sich der Verein für Gassenarbeit Schwarzer Peter 2006 dazu entschloss, die Wärmestube Soup&Chill zu gründen. Seit nun mehr vier Jahren also müssen diese oft obdachlosen, vom Schicksal gezeichneten Personen nicht mehr wie früher auf dem Centralbahnplatz vor dem Bahnhof rumhängen, sie haben jetzt vor allem in den frühen Abendstunden wo es in der Stadt kaum Orte gibt, an denen sich solche Menschen aufhalten können, die Möglichkeit, sich im Container neben der Bahnhof-Passarelle aufzuwärmen. Der inzwischen vom Schwarzen Peter abgenabelte, selbständig agierende Verein mit einem ehrenamtlichen Vorstand und einem bezahlten Team empfängt heute täglich zwischen 60 und 80 Gäste, die dort gratis warme Getränke und Suppe konsumieren können. Das jährliche Gesamtbudget von Fr. 250′000,- wird durch das grosszügige Engagement von Stiftungen und Privater sowie einer Beteiligung von Fr. 30′000.- durch den Kanton Basel-Stadt getragen.
Um die Wärmestube Soup&Chill auch in breiteren Bevölkerungskreisen bekannter zu machen, hat die Organisation vor gut einem Jahr die Matinée-Reihe «Hinter den 7 Geleisen» gestartet, in der namhafte Künstlerinnen und Künstler im heimeligen Raum des Containers auftreten können. Die Schauspielerin Bettina Dieterle nun war der letzte Gast in dieser Reihe. Sie trug in einer guten Stunde Weihnachtsgeschichten der eher makaberen, teils sogar bitter-bösen Art vor wie die Eingangs erwähnte Erzählung von Tomi Ungerer, in der drei Könige unbekannter Herkunft auf dem Flughafen Ben Gurion im modernen Israel landen, um das von einer palästinensischen Jungfrau wiedergeborene Christuskindlein zu suchen und anzubeten. Dabei erwies sich allerdings der helle, am Firmament strahlende Stern, der ihnen den richtigen Weg weisen sollte, als eben jener fruchtbare Meteor, der Jerusalem und das heilige Land zerstörte. Ein Gutes immerhin hatte diese fiktive Katastrophe, seit jenem schwarzen Tag führt die israelische Tourismus-Industrie gewinnbringende Besichtigungsfahrten mit U-Booten zu den untergegangenen Ruinen der Heiligen Stadt durch.
Neben weiteren Erzählungen von Tomi Ungerer gab Bettina Dieterle noch die schräge Geschichten «Das unerträgliche Weiss zu Weihnachten» des schwedischen Krimiautors Hakan Nesser sowie die ungemein lehrreiche Weisheiten «Zwölf Möglichkeiten, Weihnacht zu entgehen» des französischen Schriftstellers Roland Topor zum Besten.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

Dezember 15, 2010

Überbordende Fantasie

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 2:01 pm

-In der Gare du Nord bewies der Pianist Vijay Iyer, dass er zu Recht zu den jungen Big Shots der amerikanischen Jazzszene gerechnet wird.

Gebrochen den Grund- und den Quintton antippend, legte der US-amerikanische Pianist Vijay Iyer mit seiner rechten Hand eine dezent schwebende, einem Bordun nicht unähnliche Klangfläche. Mit der Rechten wiederum tupfte er mit einer einfachen in Moll gehaltenen Tonleiter zerbrechlich wirkende lyrische Melodielinien, die einen warmen Hauch von Melancholie in den schönen Konzertsaal der Gare du Nord im Badischen Bahnhof Basel verströmten.
Dieses Intro zum Stück Patterns war unverkennbar einem Alap, einer Einführung in einen klassischen indischen Raga nachempfunden. Wiederholt verwiesen solche Anklänge im Verlauf des Solokonzerts im «Bahnhof für Neue Musik» auf die Wurzeln des in den USA als Sohn indischer Einwanderer geborenen und heute in New York lebenden Pianisten Vijay Iyer. Unter dem Motto «The future of jazz-piano» hatte die Konzertorganisation off beat dieses Konzert arrangiert und dass dieses Schlagwort nicht zu hoch gegriffen ist bewies der junge Pianist mit seinem packenden Konzert.
Dass Vijay Iyer sich nicht nur in der indischen Musik zu bewegen versteht, sondern sich auch in der Jazzgeschichte gut auskennt und diese auf eine sehr individualistische Weise ausdeutet, konnte man bei der Wiedergabe von klassischen Standards aus dem Great American Songbook erfahren wie beispielsweise der Jimmy Van Heusen-Ohrwurm «Darn That Dream» aus dem Jahre 1939. Ein wenig in der Tradition des Pianomythos Bill Evans interpretiert Vijay Iyer dieses Stück, wenngleich stimmlich und harmonisch um ein Mehrfaches angereichert. Die Nummer geriet unter Händen des Pianisten zu einem üppig wuchernden Geflecht voller klangsinnlichen Aromen angereichert mit tonal pikant gemischter Würze.
Mit mitreissender Wucht wiederum knetete er andere Klassiker wie das legendäre «Giant Steps» von John Coltrain in die Tasten. Das Thema oft nur andeutungsweise ins ausufernde persönliche Spiel verpackt, liess der Solist seinem Vorgänger Coltrain gleich die rechte Hand mit irrwitzigem Tempo über die Tastatur rasen. Und dass Vijay Iyer sich nicht nur in indischer Musik und im Jazz zu bewegen versteht, nicht abgeneigt ist, auch Leuchttürmen der Popmusik zu spielen bewies er mit Stücken wie «Human Nature» von Michael Jackson. Und wenn der Pianist mit expressiven Intervallschichtungen magische Klangsphären à la Claude Debussy oder Charles Koechlin zauberte oder im kraftvoll swingenden Duke Ellington Klassiker «Black and Tan Fantasy» das Totenmarsch-Thema aus Frédéric Chopins 2. Klaviersonate aufblitzen liess, wurde klar, dass selbst die Klassischen Klavierliteratur vor Vijay Iyers überbordender Fantasie nicht sicher ist.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

Dezember 12, 2010

Da pacem, Domine

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 4:33 pm

Im Stadtcasino Basel sangen 450 Kinder aus dem Baselbiet das weihnachtliche Liederprogramm «Freue dich Welt».

Hunderte von lebhaft plappernden und zwitschernden Kinderstimmen schlugen einem entgegen beim Betreten des grossen Musiksaals des Stadtcasinos Basel; man wähnte sich eher in einem fröhlichen Bienenstock als in dem erwürdigen Kulturtempel, den der Saal sonst repräsentiert. Neben ein paar in dezentem Schwarz gekleideten Musikerinnen und Musiker sassen Hunderte in bunten T-Shirts gekleidete Kinder auf der grossen Bühne; es waren so viele, dass ein Teil von ihnen auf dem Balkon links und rechts neben der mächtigen Orgel hatte Platz nehmen müssen. Dessen nicht genug, harten im bis auf den letzten Platz besetzten Auditorium eine Vielzahl erregter Eltern mit vielen Geschwistern der Dinge, die da kommen sollten.
«Adorar al niño» lautete der Titel des Weihnachtskonzerts, bei dem 450 Kinder aus 26 Schulklassen verschiedener Gemeinden des Baselland ein gutes Dutzend Weihnachtslieder aus aller Welt zum Besten gaben, die sie zuvor über Wochen mit ihren Lehrern eingeübt hatten. Musikalisch begleitet wurde der riesige Chor vom professionellen, zwei gute Dutzend Köpfe zählende Kammerorchester Firstclassics Orchestra, das das Konzert mit einer spritzig gespielten Ouvertüre eröffnete. Mit ausholenden Armbewegungen dann gab der Dirigent Hansruedi Kämpfen das Zeichen und die vielen Hundert Kinderstimmen setzten jubilierend mit dem ersten Lied «Gib Dank» aus England ein. Und weiter ging die weihnachtliche Reise nach Deutschland mit Melchior Francks lateinischem Lied «Da Pacem, Domine» aus dem 17. Jahrhundert. Nach einem kurzen Abstecher in die Heimat des Jesuskindleins Israel und Palästina mit dem Hebräisch gesungenen «Shalom Chaverim» und dem arabischen «Salam li shab» ging es nach Amerika mit dem Klassiker «Jingle Bells». Es folgten weitere Lieder aus Europa und den beiden Amerika, die von den Kindern mit sichtbarer Begeisterung und viel Engagement meistens in Originalsprache gesungen wurden.
Wesentlich zum Erfolg dieses charmanten Konzerts beigetragen haben dürfte die kompetente und hingebungsvolle Leitung des Dirigenten Hansruedi Kämpfen und ganz besondere Erwähnung verdient auch das kleine Orchester, das die Kinder mit hinreissender Verve im Stile eines quirligen Salonorchesters begleitete.
Ein grosses Kränzchen schliesslich sei auch allen Lehrerinnen und Lehrern gewunden, die sich unauffällig unter die grosse Zahl der Kinder gemischt hatten. In wochenlanger Arbeit hatten sie in den einzelnen Klassen den Kindern die teils anspruchsvollen Lieder mit ihren oft ungewohnten fremden Sprachen mit viel Geduld beigebracht. Neben Deutsch sangen die Kids mit Leidenschaft auf Lateinisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Hebräisch und Arabisch, ohne dabei auch nur die Spur von Überforderung erkennen zu lassen. Und als es schliesslich nach Standing Ovations zur Zugabe kam, forderten viele Kinderstimmen die Wiederholung des Weihnachtsliedes «Felix Navidad» aus Puerto Rico, dessen jubelnde Heiterkeit in die Herzen aller drang und alle Anwesenden gelungen auf die kommenden Festtage einstimmte.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

Dezember 4, 2010

John is over!

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 4:10 pm

In der Performance «Die neun Wahrheiten über John Lennon» ironisierten die Musiker und Schauspieler Bastian Heidenreich, Benjamin Kempf und Hanna Eichel das Leben und Werk des berühmten Beatle.

Mit einer eigenwilligen Interpretation des bekannten Beatles-Klassiker «Help» legten sie los, die beiden Schauspieler und Musiker des Theaters Basel, Bastian Heidenreich und Benjamin Kempf. Anfänglich bewegten sich die beiden noch relativ nahe der Originalversion der Beatles: zu Gitarrenklängen sang Benjamin Kempf dieses eindringliche Plädoyer für mehr Offenherzigkeit und Menschenliebe, begleitet von Bastian Heidenreich, der gekonnt die raffinierten Backing Vocals der Fabulous Four aus Liverpool andeutete. Beatles reduce to the max. Und als Benjamin Kämpf schliesslich zum Schlagzeug wechselte, mutierte der eher zahme Song zu einem feurigen Punkrock, der in die Beine ging.
Auslöser für diese Performance, die im Rahmen der Liestaler Kulturnacht «Lichtblicke» unter Zusammenarbeit mit dem Theater Basel in der Kantonsbibliothek Baselland in Liestal stattfand, war John Lennon, dem momentan gleich durch zwei einschneidende Daten gedacht wird: vor wenig mehr als 70 Jahren, am 6. Oktober 1940 wurde der einflussreiche Beatle in Liverpool, England geboren und vor 30 Jahren, am 8. Dezember 1980 wurde er vom geistig verwirrten Attentäter Mark David Chapman in New York ermordet. Anlass genug also für das Theater Basel, diesem Musiker, der die Entwicklung der Rockmusik beeinflusst hat wie nur wenige andere, mit der Uraufführung «John Is Over! If You Want it - Die neun Wahrheiten über John Lennon» gebührend die Ehre zu erweisen.
Gestützt von der Schauspielerin Hanna Eichel und unter der Regie von Petra Barcal sowie der Dramaturgie von Ole Georg Graf spielten die beiden Musikschauspieler Bastian Heidenreich und Benjamin Kempf weitere originell gestaltete Versionen von Beatles-Songs, die angeblich fast alle auf dem legendären 1966 veröffentlichten Beatles-Album «Revolver» zu finden sind. Mit zarter Ironie aufgeladen wurden Songs wie «I’m Only Sleeping», «This Boy», «I’m So Tired» und eine überdreht wirkenden Interpretation von «Sie liebt dich» gespielt (der deutschsprachigen Version von «She Loves You», die 1964 für die deutschen Fans auf den Markt geworfen worden war). Die meisten dieser Songs wurden John Lennon zugeschrieben, dass da gelegentlich noch ein gewisser Paul McCarney die Finger im Spiel hatte, wurde ironisierender Weise unterschlagen. Und dass bei den Ansagen die Daten gelegentlich etwas durcheinander gerieten und beispielsweise behauptet wurde, dass der 1969 auf der LP «Abbey Road» erschiene Song «Come Together» auf dem älteren Album «Revolver» zu finden sei, verzieh man den beiden Musiker gerne, hatte dies doch auf ihre klug ausgeleuchteten Interpretationen dieser Songs, bei denen jedes billige Anbiedern an die Originalversionen vermieden wurde, keinen Einfluss.
Und da John angeblich mehrere dieser Tunes für seine zweite Frau Yoko Ono geschrieben haben soll, durfte diese Vertreterin der avantgardistische Fluxus-Bewegung der 1960er Jahre bei dieser Performance natürlich nicht fehlen. Lennons Lebenspartnerin mimend, vollzog die Schauspielerin Hanna Eichel in ein weit wallendes Kleid gehüllt und mit einem riesigen Schlapphut auf dem Kopf alle möglichen pantomimischen Kapriolen wie Blasen von Papierfetzen mit einem Ventilator auf die Musiker oder das auf dem Boden kriechen zwischen den Zuschauern, wodurch die Musik auf der Bühne zusätzlich konterkariert und verfremdet wurde.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

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