Rolf De Marchi

Januar 29, 2018

Ein Jazzfest

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 1:56 am

Im Schützen Kulturkeller interpretierten die Louisiana Hot Seven Klassiker des frühen Jazz.

„At The Jazz Band Ball“ war einer der ersten Stücke, das die Louisiana Hot Seven anlässlich ihres Konzerts im Schützen Kulturkeller in Rheinfelden zum Besten gaben. 1928 hatte der grosse Jazztrompeter Bix Beiderbecke diese Stück auf Schellack gebannt und vermutlich haben die Hot Seven diesen Ohrwurm nicht zufällig gewählt. Offenbar hatte sich die Band zum Ziel gesetzt, diesen vom Jazzclub Ja-ZZ organisierten Abend im Schützen in ein Jazzfest zu verwandeln. Mit Engagement und ansteckender Spielfreude realisierte das Septett eine Perle des frühen Jazz nach der anderen.
Die Band existiert seit 1968 und hat sich auf die Interpretation des Jazz in den 1920er- und 1930er-Jahren spezialisiert. Unter der Leitung des Klarinettisten Röbi Leibundgut spielten die Louisiana Hot Seven Klassiker wie etwa den „Savoy Blues“ (1927) von Kid Ory oder den Titel „You Rascal you“ (1929) von Sam Theard, der auch zum Repertoire von Louis Armstrong gehörte. Aber auch seltener zu hörende Standarts wie „Copenhagen“ (1924) von Charlie Davis oder der „Dead Man Blues“ (1926) von Jelly Roll Morton wurden gespielt.
Es war ein Vergnügen, den Solisten Philipp Rellstab (Kornett), Mario Del Conte (Posaune) und Röbi Leibundgut (Klarinette) beim Formen ihrer akrobatischen Tongirlanden zuzuhören, die sie um die klassischen Melodien und Themen legten. Aber auch die Rhythmusgruppe mit Gery Meier (Banjo), Kurt Baer (Susaphon) und Rolf Bear am Waschbrett leistete ihren Beitrag. Mit akzentuiert geschlagenen Akkorden und dezent getupften Beats trieb sie die Musik voran. Zurückhaltend, fast bescheiden wirkte der Pianist des Septett, Jan Zeman. Bei genauerem Hinhören aber erwiesen sich seine packenden gestalteten Akkordketten als zentral für den swingenden Sound. Zwei Zugaben mussten die Louisiana Hot Seven geben, was im Schützen Kulturkeller selten vorkommt.

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