Rolf De Marchi

Juni 25, 2007

Überschwenglich gefeierter Jungstar

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 9:35 am

In Olsberg/AG ging das 2. Solsberg Festival 2007 rund um die Cellistin Sol Gabetta über die Bühne.

Weit hat sie’s schon gebracht, die Violoncellistin Sol Gabetta, zu deren Ehren trotz ihrer Jugend eigens ein alljährliches Festival eingerichtet wurde, ein Würdigung, die nicht mal dem großen, jüngst verstorbenen Cellogiganten Mstislaw Rostropowitsch zuteil wurde. In der Kirche des ehemaligen Frauenklosters Olsberg/AG östlich von Basel ging es über die Bühne, das 2. Solsberg Festival 2007, zu dem die von Presse und Publikum gefeiert 1981 in Argentinien geborene Cellistin Sol Gabetta diverse Musikfreunde eingeladen hatte, um gemeinsam mit ihnen zu musizieren.
Kammermusik für Klaviertrio war am ersten Konzertabend dieses dreitägigen Festivals zu hören. Gemeinsam mit Sol Gabetta spielten die in Klassikkreisen angesehene Violinistin Patricia Kopatchinskaja sowie der brillante finnische Pianist Henri Sigfridsson. Nach einer Triosonate von Dietrich Buxtehude interpretierte das Ensemble das Klaviertrio B-Dur op. 97 von Ludwig van Beethoven, wobei die drei Musiker vor allem im 1. Satz durch eine gelungene dynamische Ausgestaltung zu überzeugen vermochten. Auch das anschliessende Scherzo gelang recht spritzig, die letzten beiden Sätze allerdings wirkten etwas farblos. Der Abend schloss mit dem Klaviertrio Nr. 2 e-Moll op. 67 des russischen Komponisten Dimitrij Schostakowitsch, das wie ein gewaltiges Fresko voll verhaltener Kraft und expressiver Leidenschaft in temperamentvollen Farben gemalt wurde.
Musik aus der Blüte des italienischen Barocks stand auf dem Programm des zweiten Abends. Das 13 Köpfe umfassende Kammerorchester Basel unter der Leitung der Konzertmeisterin Julia Schröder interpretierte hinreißend mehrere Concerti grossi von Arcangelo Corelli sowie gemeinsam mit Sol Gabetta vier Concerti für Violoncello und Orchester von Antonio Vivaldi.
Am letzten Abend schloss das Solsberg Festival 2007 wieder mit Kammermusik für Violoncello und Klavier ab. Nach Werken von Robert Schumann, Frédéric Chopin und dem italienischen Komponisten Giovanni Sollima (1962) interpretierte das Duo Gabetta/Sigfridsson noch die Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll op. 19 von Sergej Rachmaninov. Großartig, wie die beiden die in diesem Werk in schneller Folge stattfindenden Stimmungswechsel zwischen sanglich-melodiösen Partien und intensiv-wilden Fortestellen hinbekamen. Fast erstaunt nahm man war, wie brav der Schlußapplaus der enthusiasmierten Gabetta-Fan-Gemeinde schliesslich ausfiel.

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