Rolf De Marchi

Juli 2, 2007

Anspruchsvolle musikalische Kost

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 9:02 am

Das Duo «Two Voices» spielte vorwiegend moderne Musik für Klarinette und Violoncello.

Es gibt Instrumente, die sich paarweise prächtig zu ergänzen scheinen. Die Klarinette und das Violoncello bilden diesbezüglich ein ideales Paar, wie man anläßlich einer Matinée in der Reihe «Solothurnisches» im Heimatmuseum Schwarzbubenland in der alten Kirche Dornach erfahren konnte. Dabei wurde deutlich, dass die beiden Instrumente einerseits dank einer gewissen Verwandtschaft des Timbres in den gemeinsamen Registern gut miteinander verschmelzen, andererseits aber in den tiefen, beziehungsweise in den hohen Registern doch kontrastreich genug sind, um Spannung zu schaffen.
Demonstriert wurde dies vom Duo «Two Voices» mit Marc Bätscher an der Klarinette und Ursula Hächler am Violoncello. Bätscher studierte unter anderem an der Musik Akademie Basel und ist in verschiedenen Klassikformationen tätig. Ursula Hächler wurde in Zürich und Luzern ausgebildet und hat sich auf Kammermusik spezialisiert.
Nachdem sich das Duo an einem etwas blaß wirkenden Duo von Ludwig van Beethoven warm gespielt hatte, wurde mit der Uraufführung des Stückes «Minus One (2007) des jungen Schweizer Komponisten Cyrill Schürch (1974) wesentlich schwerere Kost serviert. Mit im Forte gespielten, harten, dissonanten Akkorden begann das Stück, dessen drei Sätze intelligent und abwechslungsreich ausgestaltet wirkten. Tonalere, rhythmisch einheitliche Passagen wechselten mit atonalen, fast polyphon verschrängten Abschnitten, sehnsuchtsvoll-lyrische Momente wurden von dissonant-wilden Stellen abgelöst. Dieses herausfordernde Werk schienen sich auch belebend auf die beiden Musiker auszuwirken, interpretierten sie jetzt wesentlich lebhafter und dynamischer.
Bot das anschliessende «Musikalische Blumengärtlein und Leyptziger Allerley» (1927) mit neun humoristisch komponierten Charakterstücken von Paul Hindemith wieder etwas leichtere Kost, bildete die abschließend gespielte Sonata (1947) für Klarinette und Violoncello der bei uns leider unbekannten englischen Komponistin Phyllis Tate (1911-1985) einen Leckerbissen, der den vorangegangenen Werken in puncto Abwechslung und Originalität um nichts nachstand.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

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