Rolf De Marchi

März 19, 2008

Talentschmiede Musik-Akademie

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 11:42 am

In diversen Förderklassen unterstützt die Musik-Akademie gezielt junge Talente für ein späteres Studium an einer Musikhochschule.

Zu den wohl wichtigsten Aufgaben, die die Musik-Akademie Basel zu erfüllen hat, gehört die Suche und die Förderung junger Talente unter den vielen Eleven, die die diversen Klassen der drei Abteilungen der Akademie besuchen. Talentierten Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren der Institute Allgemeine Musikschule Basel (AMB) und der Schola Cantorum Basiliensis (SCB) wird in Aufbauklassen (AK) nachhaltige musikalische Förderung geboten, die ihnen den Übertritt in die Klasse für Studienvorbereitung (KSV) ermöglichen soll. In den KSVs wiederum werden geeignete Jugendliche gezielt auf ein Studium an einer Musikhochschule vorbereitet.
In einem Konzert unter dem Titel «Lieder mit und ohne Worte» im Großen Saal der Musik-Akademie präsentierten siebzehn Schülerinnen und Schüler der Förderklassen, was sie bisher gelernt haben. Dabei erwies sich, dass vor allem bei den Gesangstalenten die Unterschiede recht groß sind, wobei berücksichtigt werden muss, dass sich das Talent junge Sänger später voll entwickeln kann als bei Instrumentalisten.
Noch mit zarten, noch etwas unsicher wirkenden Stimmen interpretierten beispielsweise die beiden Soprane Lia Andres und Tamara Landolf aus der Gesangsklasse Evelyn Tubb kompetent auf der Theorbe beleitet von Sam Chapmann Henry Purcells «Two daughters of his age stream». Besonders heraus gestochen aber hatte der Sopran Rebecca Lienhard, der intensiv und treffsicher das Stück «Namarie» des 20jährigen Begleiters am Piano, Demetre Gamsachurdia interpretierte, ein ansprechendes Werk, das irgendwo zwischen Debussy, Bartók und Georgien pendelte. Unter den Vokalisten am meisten aber überzeugte der Sopran Iris Bösiger, der von einem kompetenten jungen Ensemble begleitet mit warmer, den Raum füllender Stimme drei der «Schottischen und irischen Liedern» von Ludwig van Beethoven sang.
Bei den Instrumentalisten überzeugte vor allem am Violoncello Matthieu Gutbub, der besondrs in den tiefen Lagen sein Instrument mit großem Schmelz spielte, in den hohen Lagen allerdings mit der Intonation zu kämpfen hatten und diesbezüglich noch viel wird arbeiten müssen. Aber auch der sympathisch in Turnschuhen auftretende Flötist Samuel Rueff beeindruckte durch seinen kräftigen warmen Ton auf seinem Instrument. Die eigentliche Sensation aber war der vermutlich jüngste Teilnehmer des Konzerts, der Pianist Mathis Bereuter, der zwar mit ein paar kleinen technischen Fehlern, aber mit einem erstaunlich reifen Gefühl für fesselnde Interpretation zwei der «Lieder ohne Worte» von Felix Mendelssohn-Bartholdy zum Besten gab.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

Keine Kommentare»


RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.  TrackBack-URI

Einen Kommentar schreiben


You must be logged in to post a comment.

0.340 sekunden WP 1.5    xhtml css