Rolf De Marchi

Juni 26, 2007

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Abgelegt unter: Musik — rolf @ 3:49 pm

Das 2. Solsberg Festival 2007 endete mit Kammermusik für Violoncello und Klavier.

Weit hat sie’s schon gebracht, die Violoncellistin Sol Gabetta, zu deren Ehren trotz ihrer Jugend eigens ein alljährliches Festival eingerichtet wurde, ein Würdigung, die nicht mal dem großen, jüngst verstorbenen Cellogiganten Mstislaw Rostropowitsch zuteil wurde. Und natürlich bildete Sol Gabetta wie schon bei den Konzerten zuvor auch am dritten und letzten Abend des 2. Solsberg Festivals 2007 in Olsberg/AG wieder das Zentralgestirn, um das sich alles drehte. War am ersten Konzertabend Musik für Klaviertrio zu hören gewesen, am zweiten Orchester- und Konzertmusik, stand am letzten Abend Kammermusik für Violoncello und Klavier auf dem Programm.
Vorsichtig-tastend wirkte das Spiel der Solistin noch bei der Interpretation des ersten mit «Zart im Ausdruck» überschriebenen Stücks aus den «Fantasiestücken für Violoncello und Klavier op. 73» von Robert Schumann. Doch schon im darauffolgenden «Attacca: lebhaft leicht» blühte Sol Gabetta auf, um mit dem abschließenden «Rasch und mit Feuer» dem Wunsche des Komponisten gemäss ein interpretatorisches Feuerwerk hinzulegen. Kaum weniger brillant der finnischen Pianisten Henri Sigfridsson, der die Cellistin sensibel begleitete und der nach drei mit «Waves» überschriebenen, mit Minimal-Elementen durchsetzten, tanzartigen Stücken des italienische Komponisten Giovanni Sollima (1962), die eigens für das Solsberg Festival 2007 geschrieben worden waren, einen weiteren Beweis seines Könnens ablieferte: die souveräne Interpretation zwei Solo-Klavierstücke von Frédéric Chopin.
Zu einem musikalischen Hochgenuß geriet die Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll op. 19 von Sergej Rachmaninov (1873-1943). Dass der Violoncellistin Sol Gabetta die russische Musik besonders am Herzen zu liegen scheint, ist wohl kein Zufall, hat sie doch jahrelang beim Russen Ivan Monighetti an der Musikhochschule Basel studiert. Großartig jedenfalls, wie sie und Henri Sigfridsson die in diesem Werk in schneller Folge stattfindenden Stimmungswechsel zwischen sanglich-melodiösen Partien und intensiv-wilden Fortestellen hinbekamen. Fast erstaunt nahm man war, wie gemäßigt-brav der Schlußapplaus der eingeschworenen Fangemeinde des Jungstars Sol Gabetta letztlich ausfiel.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

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