Rolf De Marchi

Mai 15, 2011

Tanzen wie zu Grossis Zeiten

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 1:25 pm

In verschiedenen Basler Restaurants luden das Tanzbüro Basel und die Kaserne zum Tanzfest ein.

Wie war das damals, als Grosspapa und Grossmama jung waren und zum Tanzen gingen? Diese Frage stellten sich das Tanzbüro Basel, das die Interessen der freien Tanzszene der Region vertritt sowie die Kaserne Basel und sie kamen auf folgende Antwort: Einst, als es noch keine Discos mit wummernden Soundanlagen gab, da wurde von realen Musikern in Beizen aufgespielt und wer es besonders gediegen wollte, ging in einen Tanzsaal, wo Kapellen und Big Bands mit bis zu zwanzig Nasen spielten. Um diese verschüttete Tradition des Tanzens in Restaurationsbetrieben und Bars wieder aufleben zu lassen, beschloss das Organisationsteam, ein Tanzfest durchzuführen und suchte in der Stadt Restaurateure, die sich für diese Idee begeistern liessen.
Eröffnet wurde der Festtag allerdings schon am Nachmittag, wo professionelle Basler Tanzschaffende an verschiedenen öffentlichen Orten in der Stadt ausgefallene kleine Tanzperformances zeigten. Der Abend dann war den dilettierenden Tanzliebhabern gewidmet, die an verschiedenen Orten sich von professionellen Tanzlehrern in unterschiedliche Tanzstile einführen lassen konnten. Vom Pech verfolg waren da die Aficionados des argentinischen Tangos, deren Veranstaltung im Rhybadhysli auf dem Rhein unterhalb der Breite wegen Regens abgesagt werden musste. Mehr zum Zuge kamen da die Liebhaber des kubanischen Salsa im stimmungsvoll ausgeleuchteten Pavillon im Schützenmattpark, wo beispielsweise eine ganze Gruppe junger Studentinnen ohne Kenntnisse vom Salsa aufkreuzte, die sich liebevoll Blumen ins Haar gesteckt hatte. Mit offensichtlichem Spass liessen sie sich in die heissen kubanischen Rhythmen einführen.
Nicht minder feurig ging es im Kleinbasler Platanenhof zu, wo der brasilianische Samba zelebriert wurde. Im Löwenzorn am Gemsberg wiederum übten fleissig die Fans der Volksmusik unter kundiger Leitung Tanzschritte, während in der Unternehmen Mitte vom Walzer bis zum Rock’n’Roll die ganze Palette der Standarttänze gepflegt wurde. Den grössten Run aber verzeichnete die Bar du Nord, wo Dutzende von Paaren zu Big Band Jazz aus den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Lindy Hop, Swing und Jive abtanzten.
Nicht nur bei den Tanzliebhabern, auch die Beizer erachten das Tanzfest als grosser Erfolg und ein Teil von ihnen hat bereits beschlossen, dieses Format der Tanzveranstaltung in ihren Etablissements weiter zu führen. Abgerundet wurde das Tanzfest am folgenden Tag, wo bis Abends an fünf Orten in der Kaserne Basel ein unglaublich reiches Angebot an Tanzkursen angeboten wurde. Von klassischen Ballett über Flamenco, Tango, Salsa, Lindy Hop, Breakdance und Tanzimprovisation hin zu afrikanischen Tanzformen und sogar indischem Tempeltanz wurden da angeboten, was von vielen begeisterten Teilnehmern und vor allem Teilnehmerinnen reichlich genutzt wurde.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

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