Rolf De Marchi

Juni 17, 2012

Nicht nur ein Musikfest

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 4:51 pm

Fast drei Dutzend Musikvereine der Kantone Baselland und Basel-Stadt erhielten während den Basler Musiktagen 2012 die Gelegenheit, im Wettbewerb «Basler Musikpreis» und mit Bewertungsspielen ihr Können unter Beweis zu stellen.

Gemeinsames Musizieren stand wohl zu oberst auf der Agenda während den Musiktagen Basel 2012 am vergangenen Wochenende rund um den Theaterplatz in der Innenstadt von Basel, in denen mehr als dreissig Musikvereine aus den Kantonen Baselland und Basel-Stadt ihr Können unter Beweis stellen konnten. Jedoch auch wenn dieser von der Stadtmusik Basel organisierte Anlass wesentlich als ein fröhliches Musikfest gedacht war, wurde auch grossen Wert auf die Verbesserung der musikalischen Qualität der Musikvereine gelegt.
Drei auf Blasmusik spezialisierte Experten sind zu den Musiktagen eingeladen worden, die die musikalischen Darbietungen der einzelnen Vereine mit Punkten und Expertisen bewerteten: Neben dem Leiter der Brass Band Bernern Oberland Markus S. Bach waren dies der Dirigent der Harmoniemusik Kerns Beat Blättler sowie der Leiter der Stadtmusik Saltina Brig Eduard Zurwerra. Bei alle dem aber stand nicht in erster Linie der Konkurrenzgedanke im Vordergrund: durch die Zahl der Punkte und die Expertisen sollte den verschiedenen Musikvereinen die Möglichkeit geboten werden, sich musikalisch einzuordnen und ihre künstlerischen Fähigkeiten anhand von fachlich begründeten Vorschlägen und Tipps zu verbessern. Gerade auch die Qualitätssteigerung ist für nicht wenige der Vereine entscheidend, wenn sie dem schleichenden Mitgliederschwund Herr werden und für junge Neuzugänger attraktiv bleiben wollen.
Auf Grund der Tatsache, dass sich die Blasmusikszenen seit den 1970er Jahren in verschiedene Richtungen bewegt, wurden die Musikvereine in zwei Gruppen aufgeteilt, die während knapp dreissig Minuten mehrere Stücke vortrugen. Der Basler Musikpreis in der Kategorie Harmonie mit dem gesamten Spektrum an Blech- und Holzblasinstrumenten wurde der Musikgesellschaft Konkordia Reinach verliehen; sie erreichte mit ihrem hervorragenden Spiel 190 von insgesamt 200 möglichen Punkten. Dieselbe Punktezahl erreichte auch der Musikverein Buckten in der Kategorie Brass Band, jene ausschliesslich auf Blechblasinstrumente spezialisierte Stilrichtung mit ihren speziellen Ritualen, die sich seit den 1970 Jahren unter dem Einfluss von England herauskristallisiert hat.
Die Idee, die Musiktage mitten in der Stadt Basel auf dem Barfüsserplatz, dem Theaterplatz, der Fechthalle, dem Foyer des Stadttheaters und im Stadtcasino Basel durchzuführen, stiess anfänglich bei einigen der Musikvereinen auf Skepsis, werden doch solche Anlässe normalerweise auf Festplätzen auf dem Lande mit einem ein- bis zweihundert Köpfe zählenden Publikum durchgeführt. Der Gedanke aber, einmal im Grossen Musiksaal des Stadtcasinos Basel spielen zu dürfen, dem Domizil des professionellen Sinfonieorchesters Basel, zerstreute schliesslich alle Bedenken. Die Hoffnung des Organisationskomitees rund um die Stadtmusik Basel und dessen Leiter Philipp Wagner allerdings, die Hunderten von Mitgliedern der knapp drei Dutzend Musikvereine würden in Massen in die Konzerte ihrer musizierenden «Kolleginnen und Kollegen» strömen, erfüllte sich nicht; nur dünn waren die Reihen des Grossen Musiksaals im Stadtcasino besetzt. Mehr Anklang fanden da die Platzkonzerte auf dem Barfüsserplatz und vor allem auch auf dem Theaterplatz am Sonntagmorgen, wo sich eine friedliche Stimmung verbreitete, die an ein klassisches Pavillonkonzert in einem grossen Park erinnerten. Und all jene, die gerne das Tanzbein schwingen, erhielten am Tanzabend im Festsaal des Stadtcasinos die Gelegenheit, zu swingendem Sound der SMB Big Band einen flotten Jive aufs Parkett zu legen.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

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