Rolf De Marchi

Juni 27, 2012

Sommerbar zum abchillen

Abgelegt unter: Musik — rolf @ 3:53 pm

Nachdem die Allmendverwaltung eine Einsprache wegen Lärmbelästigung abgewiesen hat, kann die Sommerbar «Chill am Rhy» unterhalb der Münsterpfalz ihren Betrieb aufnehmen.

‚Sekundäremissionen’ lautet der amtliche Begriff für «Geräusche, die durch die bestimmungsgemässe Nutzung einer Anlage ausserhalb eines Gebäudes entstehen». Nicht selten führen solche Sekundäremissionen durch grölende und betrunkene Gäste vor Diskotheken und Bars tief in der Nacht zu berechtigten Einsprachen seitens der Anwohner, die sich in ihrer Nachtruhe gestört fühlen. Im Falle der Freiluftbar «Chill am Rhy» am 186 Meter langen Rheinbordabschnitt unterhalb der Pfalz beim Basler Münster allerdings fällt es einem schwer zu verstehen, warum nach acht Jahren, in denen dieser Barbetrieb während warmen Sommerabenden problemlos durchgeführt wurde und in denen sich diese Sommerbar zu einem der beliebtesten Treffpunkte in der Stadt entwickelt hat, nun plötzlich jemand gegen die erneute Bewilligung des Betriebs Einspruch wegen Lärmbelästigung erhoben hat. Es gibt nur wenige Orte in der Stadt, wo die Leute im Freien so ruhig und friedliche beisammen sind wie am Chill am Rhy; Musik wird keine abgespielt und laute, betrunkene Gäste wurden in all den Jahren auch nie registriert. Und dass oben auf der Pfalz nachts dubiose Gestalten mit lauten Ghettoblastern rumhängen, die mit dem Chill unten bei der Fähre nichts am Hut haben, dafür kann die Freiluftbar nichts.
Wie auch immer, für die aktuelle Saison 2012 jedenfalls hat der Betreiber der Bar Dani Graber die Bewilligung von der Allmendverwaltung doch noch erhalten und nach aufwendigen Aufbauarbeiten in den vergangenen Tagen wird Chill am Rhy ab heute Donnerstagabend für 66 Tage seinen Betrieb aufnehmen. Zur grossen Freude der rund 50′000 Gäste, die da erwartet werden, die gemäss Dani Graber aus allen Schichten der Stadt kommen. Angefangen bei Anwohnern, die den Chill lieben, über viele In- und Ausländer, die sogar gezielt aus Holland anreisen, können da an drei Bars neben gestandenen Firmendirektoren auch junge Leute angetroffen werden, die ihre langen Partynächte im Chill am Rhy ruhig angehen wollen.
Oberstes Ziel von Dani Graber und seinem rund vierzigköpfigen Team ist die Schaffung einer lockeren Atmosphäre, in der die Gäste in lauschigen Sommernächten ein Glas Wein geniessen können. Grossen Wert legt dabei der Betreiber auf eine erlesene Weinkarte, auf der neben guten ausländischen Weinen vor allem auch regionale Weinsorten aus Aesch, dem Badischen und dem Elsass zu finden sind. Neben Mineralwasser können aber auch Süssmost aus Liestal oder Cognac aus Aesch genossen werden und als Durstlöscher wird ein lokal gebrautes Bier ausgeschenkt. Und wenn sich der Kohldampf meldet, kann unter sechs verschiedenen Pastasorten und vier verschiednen Saucen gewählt werden; «dass gibt 24 verschiedene Variationsmöglichkeiten» meint Dani Graber schmunzelnd.
Ob der Chill am Rhy auch nächstes Jahr 2013 wieder stattfinden kann, steht noch in den Sternen; die Einsprache ist noch nicht vom Tisch. Dani Graber jedenfalls signalisiert Bereitschaft zu einem ‚Gespräch am runden Tisch’.

Erschienen in der Basellandschaftlichen Zeitung

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